Obere Wässere 3-7, 72764 Reutlingen | Tel. 07121 - 16 88 999
Salzgasse 4, 72525 Münsingen | Tel. 07381 - 500 383

 

Mit Pauken und Trompeten – bitte nicht! Lautes Spielzeug schadet Kinderohren

Krach machen gehört zum Kind sein einfach dazu – selbst lärmende Spielzeuge aber nicht unbedingt! Denn, direkt an die Ohren gehalten, erreichen manche Tröten, Rasseln oder Spieluhren bis zu 100 Dezibel. Das entspricht einem Discobesuch oder dem Heulen eines Martinshorns in zehn Metern Entfernung – für die kleinen Ohren also viel zu laut! Worauf man zum Schutz der Kinder beim Spielzeugkauf achten sollte:


Da es laut Verbraucherzentralen keine gesetzlichen Regelungen sondern "eher Mindestanforderungen" bei der Herstellung von geräuscherzeugenden Spielzeugen gibt, sollte man beim Kauf zum einen auf verschiedene Gütesiegel setzen.


CE- und GS-Zeichen


Obwohl es kein sogenanntes Prüfzeichen ist, sollte das CE-Zeichen auf jedem Spielzeug vorhanden sein, das gekauft wird. Es bestätigt zumindest, dass die Ware den geltenden EU-Ansprüchen im Allgemeinen genügt. Das GS-Zeichen hingegen garantiert, dass die Spielsachen den Anforderungen des Produktsicherheitsgesetzes entsprechen, das es seit 1977 gibt. GS steht für Geprüfte Sicherheit und das Siegel wird nur an Unternehmen vergeben, die ihre Produkte von einer zugelassenen, unabhängigen Prüfstelle haben untersuchen lassen. Wollen die Firmen das Zeichen dauerhaft verwenden, müssen sie sich Betriebsprüfungen unterziehen und nachweisen, dass das Produkt noch dem ursprünglichen zertifizierten Baumuster entspricht.

Das Problem: Grenzwerte für geräuscherzeugendes Spielzeug sind nirgends festgelegt – weder beim GS- noch beim CE-Zeichen.


Selbsttest


Beim Einkaufen sollte man sich also nicht nur auf diverse "Siegel" verlassen, sondern selbst den gesunden Menschenverstand einschalten. Spielsachen, auf denen schon eine Warnung aufgedruckt ist "Von den Ohren fernhalten", sollte man in keinem Fall kaufen. Denn kein Kind wird sich an diese Anweisung halten – es muss davor geschützt werden!


Da Lärm auch Erwachsenen unangenehm ist, schadet es nicht, sich dass Spielzeug selbst einmal ans Ohr zu halten. Erscheint es zu laut, lieber wieder ins Regal legen! Sehr günstiges Spielzeug wird noch dazu sehr häufig aus ungeprüften und Schadstoff belasteten Materialien produziert. Da hier die oben genannten Prüfsiegel fast immer fehlen – lieber Finger weg!


Lärmpegel prüfen


Wenn es doch ein singender Teddy oder ein buntes Mini-Keyboard sein soll, dann ist es wichtig, immer auf den Lärmpegel zu achten. Stundenlange Dauerbeschallung kann zu gravierenden Hörschäden führen und gerade bei Kleinkindern den Spracherwerb verzögern. So wird die gesamte Entwicklung beeinträchtigt, denn oftmals können sich die Kleinen dem Lärm nicht allein entziehen oder sich diesbezüglich mitteilen. Eltern von Schulkindern sollten auf Leistungseinbrüche in der Schule oder Konzentrationsschwierigkeiten achten – treten diese auf, liegt eventuell eine Hörminderung vor. Dann sollten Sie dringend zum Ohrenarzt oder dem Akustiker Ihres Vertrauens gehen.