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Unliebsame Geschenke einfach umtauschen? Das sollten Sie beachten...

Weihnachten steht vor der Tür, Endspurt im Geschenkerausch: In den Kaufhäusern drängeln sich die Menschenmassen und auch online wird noch solange bestellt, wie die Anbieter "Lieferung bis Heiligabend" garantieren. Das Problem: Viele, die auf den letzten Drücker versuchen, Präsente zu finden, neigen zu Verzweiflungskäufen. Ein Ärgernis vor allem für den Beschenkten. Was tun, wenn einem sein Geschenk nicht gefällt? Umtauschen ist nicht immer ganz einfach...


Stationär oder Online – welche Rechte hat der Verbraucher?


Persönlich im Laden am Ort gekauft oder online beim Händler seines Vertrauens bestellt – beim Umtausch ergeben sich dadurch Unterschiede.


Kauf im Handel

Wer beispielsweise im stationären Handel den Artikel seiner Wahl vor dem Kauf prüfen und auch probieren kann, wie Kleidungsstücke, der hat in der Regel gar keinen Anspruch auf eine Rückgabe – Ausnahmen bilden verpackte Waren, deren Mängel erst zuhause festgestellt werden. Ist also erst nach dem Bezahlen zu erkennen, dass z. B. die Strumpfhose eine Laufmasche hat, ist der Händler zur "Nacherfüllung" verpflichtet.

Das bedeutet: Er muss den Mangel beheben, sprich, für eine unversehrte Strumpfhose sorgen. Dies kann in einigen Fällen durch Reparatur, in anderen Fällen durch Umtausch erfolgen. Es gilt das Recht "Alt gegen Neu", "fehlerhaft gegen intakt" – eine Geldrückgabe entfällt dadurch.

Achtung: Der Verkäufer ist nicht verpflichtet, Ware zurückzunehmen, nur, weil sie nicht gefällt.


Gültigkeit

Gerade bei Elektrogeräten oder Gebrauchsartikeln geht die Rechtsprechung davon aus, dass Mängel, die innerhalb der ersten sechs Monate nach Erwerb auftreten, schon zum Zeitpunkt des Kaufes vorhanden gewesen sind. Aus diesem Grund hat der Käufer mindestens ein halbes Jahr Anspruch darauf, dass der Artikel repariert oder ersetzt wird. Tritt ein Defekt erst nach dieser Frist auf, muss der Käufer nachweisen, dass der Mangel schon zum Kaufzeitpunkt bestand – und laut Verbraucherzentrale "ist das in den meisten Fällen äußerst schwer".


Onlinekauf

Für Käufe im Internet gilt ein etwas anderes Rückgaberecht. Da man als Kunde nicht die Möglichkeit hat, die Ware vorab persönlich zu prüfen und lediglich auf Bilder angewiesen ist, um die Produktqualität "einzuordnen", besteht bei Onlinekäufen ein grundsätzliches Widerspruchsrecht von 14 Tagen. Während dieser Frist kann der Käufer die Ware in Ruhe prüfen und entscheiden, ob sie gefällt oder nicht. Schickt er den Artikel zurück, kann er dies ohne Angabe von Gründen tun.

Achtung: Gewisse Artikel sind auch online vom Umtausch ausgeschlossen.


Hygiene und Vermeidung von Produktpiraterie: Aus diesen beiden Gründen werden Artikel wie Kosmetika, Unterwäsche oder CDs und DVDs nicht wieder zurückgenommen. Selbst wenn die Produkte noch versiegelt sind, bekommt man kein Geld mehr bei einer Retoure.


Tipps für einen stressfreien Umtausch


Da aufgrund des hohen Konkurrenzkampfes heute so gut wie jeder stationäre Händler alle Artikel zurücknimmt, ohne groß Fragen zu stellen, hat man auch Chancen, den zu großen Pullover oder die zu engen Schuhe zurückzugeben, die unter dem Weihnachtsbaum lagen. Ein paar Kleinigkeiten sollte man dennoch beachten, auch für die Online-Rückgabe:

  • Etiketten an der Ware belassen
  • Kassenbon oder Rechnung aufbewahren
  • Stellt die Ware mit der Verpackung eine Einheit dar, muss der Karton unangetastet bleiben
  • Online muss die Ware innerhalb von 14 Tagen wieder beim Händler sein – in diesem Fall lohnt sich ein spätes Bestellen kurz vor dem Fest dann also doch...